Korsika

Kletterparadies

Auch wir im Freiluftwerk brauchen mal Urlaub, um das Material aus dem Laden selber am Berg testen zu können. Also fahren wir einfach los, zunächst Richtung Dolomiten mit einem Stapel Topos und jeder Menge Fingerkribbeln für Mehrseillängen. Zum Glück sind die dicken Daunenjacken immer dabei – und die ersten drei Tage in den schönen Dolomiten auch gleich im Einsatz… Leider haben wir nur unsere Tourenskier im Keller gelassen… Schnee (und Regen) waren nicht im Plan. So entschlossen wir nach der ersten Mehrseillängentour – ziemlich spontan – weiter in den Süden zu fahren und rollten noch am gleichen Abend unsere Matten auf Deck der Nachtfähre aus. Ab in die Wärme, ab nach Korsika!

Korsika ist nach Sizilien, Sardinien und Zypern die viertgrößte Mittelmeerinsel und ist zugleich auch mit mehr als 50 Zweitausendern die Gebirgsreichste. Der höchste Gipfel, Monte Cinto, ragt mit 2.706 m über der Insel. Alles in allem bietet Korsika eine Spielwiese für alle Arten des Kletterns. Sportkletterer und Alpinisten kommen definitiv auf ihre Kosten.

Wir haben rund zehn Tage Zeit und entscheiden uns, nach dem ersten Croissant und einer kurzen Erfrischung im Meer, erstmal für das idyllisch gelegene Restonica-Tal. Das typische Tafoni, eine geologische Besonderheit, ziert den Alpinkletterführer dieses Tals und weckt auch unsere Neugier. Nachdem wir gleich am Campingplatz die ersten Freisinger treffen und bei einem korsischen Kastanienbier gute Tipps bekommen, kann es losgehen. Bereits nach dem ersten Klettertag steht fest, dass wir hier wohl nicht mehr so schnell weg wollen: Spannende Wände für Mehrseillängen & Sportklettern, unser Bus steht keine 5 Meter von unserer privaten Erfrischungsgumpe entfernt auf einem idyllischen Campingplatz (Wildcampen ist strengstens verboten), wenig los, gutes Essen auf unserem Primus Kanjia, frische Croissants direkt vor Ort… Sau guad!

Die Spotklettersektoren befinden sich hier meist südseitig, sodass man früh morgens und am späten Nachmittag meist mit relativ alpinen Zustiegen, unglaublich vielseitige – technische, aber auch kräftige Kletterei an Leisten, Henkeln und Slopern genießen kann. Die Mittagszeit lässt sich dann hervorragend in den kühlen Gumpen der Restonica verbringen.
Die alpinen Touren bieten ein breites Spektrum an kurzen und langen Unternehmungen. Unsere zwei herausragenden Urlaubs-Touren: „Candella di l´Oro“ und „Bella ciao“ mit abwechslungsreicher Kletterei und Gipfelblick über das gesamte Restonica-Tal.

Alles in allem ist das Restonica-Tal definitiv eine Reise wert und die Insel bietet noch so viel mehr zu entdecken. Deshalb wird es wohl nicht das letzte mal gewesen sein, dass wir Korsika besucht haben.

Mathias & Hanna