Ingrid Schlott

Text: Olli Grau, Foto: Sebastian Schels

Genau wie die Nachhaltigkeit gehört die Diskussion um eine gute Lebensqualität zu den "Luxusthemen" unserer Zeit. Der moderne Mensch verlangt nach einem kreativen Beruf mit gutem Gehalt und angemessener Freizeit: "Work hard - play hard" klingt im ersten Moment heroisch, endet aber wie so manche Heldenkarriere schnell im Burnout. Eine zukunftsträchtige Balance muss jendenfalls anders austariert werden. Doch die Konsumgesellschaft zwingt uns praktisch zum "work hard". Nur wenige können sich tatsächlich vom gesellschaftlich Druck befreien und widmen ihr Leben dem "Play". Eine davon ist Ingrid Schlott. Sie ist selbständige Dekorateurin u.a. für Patagonia und besucht unseren Laden in regelmäßigen Abständen. Sie dekoriert die Fenster und schaut, dass die neue Kollektion schlüssig präsentiert ist. Nebenher betreibt sie eine Reparaturwerkstätte und das Kundenservice-Büro für Sweet Protection. Ingrid hat zwar ihr Leben lang den Sport in den Vordergrund gestellt, schaffte es aber trotz ihres "work to live"- Modus (im Gegenteil zu: live to work) erfolgreich einen kreativen Beruf auszuüben - ohne sich von ihm verschlingen zu lassen. In ihren Jugendjahren ruderte Ingrid um die deutsche Meisterschaft und gewann die Regensburger Stadtmeisterschaft im Langlauf. Schon während des Sportstudiums begann eine Kletterkarriere die sie bis nach Californien führte. Später kämpfte Ingrid bei den Telemarkweltmeisterschaften und ist auch heute noch, wieder auf breiten Alpinski, ein ernsthafter Powderjunky. Aktuell wurde sie beste Deutsche bei der Kajakfreestyle Weltmeisterschaft oder geht auf Wildwasserexpedition nach Tibet. Wer so viel erlebt und gesehen hat, strahlt Ruhe und Sozialkompetenz aus. Vielleicht ist Ingrid deswegen immer und überall gern gesehen. Jedenfalls steigt in ihrer Anwesenheit auch unsere Lebensqualität.