Max Lehner

Text: Franz Lehner, Foto: Sebastian Schels

Man kann die Welt in Erbauer und Erleber teilen: Die Einen arbeiten beständig, verbringen ihre Zeit in Werkstätten und Küchen, erfinden Dinge, sind Familienmenschen. Sie sind es, die die Trails bauen, auf denen nachher alle biken wollen. Die Anderen schaffen keine bleibenden Dinge: Sie rufen uns am Vorabend an, erforschen mit uns Flüsse, Gipfel und neue Abfahrten, gehen neue Wege und sind Antrieb und Mittelpunkt eines geselligen Abends. Was von ihren Taten bleibt, sind Gefühle, Erlebnisse und spannende Geschichten. Max ist einer der Wenigen, die beiden dieser Welten gerecht werden. Er macht die meisten Dinge selbst, folgt seinen Leidenschaften und verknüpft Bleibendes mit Erlebnissen. Seine Mista Plow Snowboards und Splitboards sind das beste Beispiel dafür. Selbst entworfen, ständig verbessert und gebaut im Schweiße seines Angesichts, geht und fährt er damit wie ein Berserker durch die norwegischen Berge, in denen er lebt. Oder sein Umgang mit Freising: Obwohl er so weit weg lebt und dort viel beschäftigt ist, hält er engen Kontakt zu Freunden und Familie. Unzählige lange Abende in der Q-Bar und überraschende Treffen mit ihm zu Hause sind das angenehme Ergebnis seiner konstanten Beziehungspflege. Danke dafür!

Seinen Lebensunterhalt in Valldal, Norwegen, verdient Max als gefragter Schreiner und Zimmerer, seit kurzem auch als Betreuer von schwierigen Jungs und Mädels aus der norwegischen Provinz. In seinem Tal der unendlichen Outdoormöglichkeiten, dem norwegischen Traum eines jeden Skitourengehers, Kayakers und Fischers stehen ihm alle Türen offen ? wenn er nur hindurchgeht. Denn auf der anderen Seite warten eine endlose Wildnis, absolut keine Infrastruktur und Gipfel, die weder Kreuz noch Namen tragen. Hier wird einem nichts angeboten, nahegelegt oder leicht gemacht ? im Gegenteil, selber machen ist die Devise. Max erschließt diese großen (Frei)Räume, die wir so gern in Magazinen bestaunen, mit Konstanz, Reichweite und Professionalität ? und, lässt es auf der Abfahrt krachen. Er erarbeitet und erlebt sie gleichermaßen.

Seine kleine Gemeinschaft an Freeride-, Berg- und Outdoor-Gleichgesinnten erweitert Max regelmäßig durch die Organisation von unglaublichen Freeridecamps, sei es auf dem Bike oder Splitboard. So kommt immer wieder ein bunter Haufen an besonderen Leuten zusammen, um in seinem Tal Besonderes zu erleben - Tage, die für alle Teilnehmer Lebenshighlights darstellen.

Am Ende eines solchen Events, wenn dann jeder damit beschäftigt ist, die besten Touren seines Lebens zu verdauen, erwacht wieder der Erbauer: Mit Holznägeln befestigt Max einen Lachs auf einem Brett, stellt diesen ans geschürte Feuer und versorgt die aufgelösten Gemüter wie seine eigene Familie. Mit der Ernte seines Gartens und selbst gefangenem Fisch.

Zum Abschied gibt es noch ein Glas Blaubeermarmelade. Selbstgemacht, die Beeren auf einem Gleitschirmausflug am Fjord gesammelt.