KYRGISTAN

EINE ABENTEUER-SKIREISE MIT STEILE:WELT

Text: Basti Breitkreutz | Bilder/Film: Brad Hays

Also eine Abenteuer-Skireise und ob ich mitkommen will ? wohin, nach Kyrgistan?

Ja, wo ist denn das eigentlich, und gibt's da überhaupt gescheite Berg?

Oh ja die gibt es - und wie! Die durchschnittliche Höhe des Landes beträgt 2750m über dem Meer. Es gibt extrem viel Schnee und das Land ist touristisch kaum erschlossenes. Ein Winterabenteuer mit Bergen bis gut 7400 m im Tian Shan. Da wird es sauber kalt, da müssen die dicken Daunensachen mit.

Am Flughafen findet sich ein bunter Haufen von Spezialisten ein, Ärzte, Höhenbergsteiger, Ultramarathonläufer, 8C-Kletterer mit Expeditionserfahrung, ein Amerikaner und ich. Na halt, da gibts auch noch Uwe, der ist auch ganz normal. Nach einem gemütlichen Flug über Istanbul kommen wir in aller Herrgottsfrühe in Bishkek an. In der Dämmerung den Allradbus beladen und ab nach Karakol, sechs Stunden nach Osten ganz in die Nähe der chinesischen Grenze. Wir dürfen in eine andere Welt eintauchen, eine russisch-asiatisch geprägte Welt. Einfaches Leben, schlechte Straßen, halb wilde Pferde und Kühe, eine großartige Landschaft und offene, freundliche Menschen.

Nach einer Weile Fahrt, taucht neben uns aus dem Nebel der Issyk Kul, der zweitgrößte Gebirgssee der Erde, auf. Wir fahren einige Stunden an seinem Ufer entlang.
Unser uigurischer Fahrer überholt jedes Fahrzeug das er am Horizont erspähen kann und es dauert eine Weile bis wir uns an diesen Fahrstil gewöhnt haben. Je weiter wir nach Osten fahren desto höher wird der Schnee. Unser Ziel ist ein kleines Dorf mit jeder Menge Kühe und Pferde, das wir noch bei Tageslicht erreichen. Dort werden wir herzlich von Emil empfangen. In den nächsten Tagen dürfen wir auf den verschiedenen Skitouren das großartige Hochgebirge in seiner ganzen Wildheit genießen. Der Schnee ist so trocken, das wir obwohl es bereits ein paar Tage nicht mehr geschneit haben, beste Bedingungen vorfinden. Außerdem werden wir durch Emil´s Damen mit allen möglichen lokalen Köstlichkeiten versorgt.

Damit uns nicht langweilig wird bei all den großartigen Skitouren, haben sich Peter und Uli noch etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Wir sind ja im Land der wilden Pferde und da hielten es die beiden für eine prima Idee, uns 12 Nichtreiter auf diese Weise ein paar Höhenmeter auf einem Pferderücken nach oben zu befördern. Man muss ehrlich zugeben, Anfangs hatten wir schon ein etwas mulmiges Gefühl, so mit Skischuhen auf einem Gaul mit Ski hinten quer über dem Sattel. Alle rauchen Marlboro und? nein nein. Es war großartig! Die Pferde laufen genau in ihrer Spur, hintereinander und sie kennen ihren Weg. Auch am Abend sind wir nicht untätig und gestalten nach Herzenslust mit Löffeln, Mundharmonika und Gitarre alles was uns so über die Lippen kommt. Kein Mensch braucht so einen blöden Fernseher.

Nach gut der Hälfte der Zeit fahren wir wieder nach Westen über Bishkek bis in ein vereinsamtes Skigebiet. Es dient als Ausgangspunkt für spezielle Heliskiing-touren. Der riesige Heli interessiert uns weniger, aber von dem Camp aus können wir super weiter auf den Skiern die umliegende Gegend erkunden. Jede Richtung bietet uns etwas. Am ersten Tag haben wir noch eine sehr angespannte Lawinensituation, da es neu geschneit hat. Daher bewegen wir uns sehr vorsichtig im Gelände. Eine andere Gruppe, die mit dem Heli unterwegs ist, tut dies leider nicht. Unser Ärzteteam leistet Großartiges und sorgt dafür, dass der Guide der anderen Gruppe durch eine Notoperation sein Bein behält. Er kann einige Stunden später nach Bishkek ins Krankenhaus gebracht werden.

Wir machen trotzdem unsere letzte Skitour am nächsten Tag, bei besten Schnee im Hochgebirge. Der krönende Abschluss unseres Abenteuers ist der berühmte Gewürzmarkt in Bishkek und ein Besuch in einem Badehaus am letzten Tag unserer Reise.

Ein fantastisches Abenteuer - mein Dank geht an alle, die das möglich gemacht haben

Hier der tolle Film von Brad Hays!



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Infos über den Autor und Photographen
Basti ist ein langjähriger Freund von uns und versierter Kletterer, Skifahrer und Alpinist.
Er studierte Fotografie an der Fachhochschule München und lebt in Pfaffenhofen a.d. Ilm
Mehr über Basti auf seiner schönen Website sebastianbreitkreutz.com
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Kyrgistan - Eine Abetuer-Skireise 17.10.2017 09:39

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