Dein Rucksack ist zu schwer?

Tips & Tricks zum abspecken

Eines ist sicher unbestritten. Je weniger dein Rucksack wiegt, desto entspannter bist du auf deiner Tour unterwegs.
Man kann dieses Thema wirklich bis zum äußersten ausreizen. Mitunter werden Leute auf Wanderungen von mehreren tausend Kilometern mit Rucksäcken gesichtet die unter 4kg Basisgewicht, also sämtliche Ausrüstung ohne Wasser und Essen, wiegen.
In diesem Artikel geht es aber in erster Linie nicht darum eine bestimmte Gewichtsgrenze zu unterschreiten, sondern sinnvoll sein Rucksack-Basisgewicht nach unten zu schrauben, ohne Einschränkungen in punkto Sicherheit einzugehen.

1 kg hin oder her macht einiges aus
Bei kurzen Tagestour ist das Thema vielleicht nicht so entscheidend, aber je länger du unterwegs bist, desto mehr zahlt sich das Ganze aus.
Bei einer Bergtour mit 1000 Höhenmetern, geht man ca. 20.000 Schritte. Bei 1kg weniger Rucksackgewicht, heißt das nichts anderes als insgesamt 20.000 x, 1kg pro Schritt weniger nach oben oder unten zu befördern. So kommt bei einer 3-4 Tagewanderung ein beachtlicher Wert zustande, den man zusätzlich mit seiner Körperkraft transportiert.

Ein paar Dinge vorweg
– „Kleinvieh macht auch Mist“ – viele kleine Einsparungen ergeben schnell 0,5 kg Gewichtsreduzierung
– praktiziere Minimalismus; nimm nur Sachen mit die du wirklich brauchst (max. 1 „Luxusartikel“)
– optimiere nach und nach deine Ausrüstung
– schreibe zumindest anfangs eine Packliste und überprüfe nach deinen Touren, welche Teile du nicht benutzt hast; evtl. kannst du diese von deiner Ausrüstungsliste streichen
– am meisten Gewicht kannst du bei den „Big Four“ (Zelt, Schlafsack, Isomatte, Rucksack) einsparen;
dies sind allerdings auch die teuersten Ausrüstungsteile

Rucksack
– falls du vorhast einen neuen Rucksack zu kaufen, wähle einen mit möglichst niedrigem Eigengewicht für deinen Einsatzzweck (1 kg zu 1,5 kg machen einen spürbaren Unterschied)
– wähle den Rucksack nicht zu groß, da man verleitet ist mehr mitzunehmen, wenn der Platz vorhanden ist
– überlege dir für welche Lasten der Rucksack sein soll; bis ca. 18 kg wähle ein Modell mit Tragegestell und Rahmen; unter ca. 11 kg kann auch ein leichter „rahmenloser“ Rucksack eine Option sein
– wenn du schon einen Rucksack hast, entferne Schlaufen, Bänder, etc. die du nicht brauchst
– Netz-Außentaschen sind eine sinnige Ausstattung; wiegen wenig und sind schnell zugänglich
– verzichte beim Rucksackkauf auf Modelle mit separaten Bodenfächern (Zusatzgewicht, Raumverlust beim packen) oder sehr massiven Tragesystemen (außer du hast vor Lasten über 20kg zu tragen)

Kleidung
– nicht zu viel Wechselkleidung, max. ein Ersatzteil (T-Shirt, Unterwäsche, Socken) reicht
– wähle deine Kleidung so, dass du zur Not alle Kleidungsstücke übereinander tragen kannst um nicht zu frieren
– Merinowolle riecht nicht so schnell wie Kunstfaser, somit kannst du dir evtl. das Ersatzshirt sparen
– Daune ist leichter als Kunstfaser oder Fleecematerial und läst sich kleinst verpacken
– entferne alle Etiketten

suche nach Doppelnutzung
– Packsack ausstopfen (Daunenjacke, Fleece) und als Kissen nutzen
– Buff dient als Halstuch oder Überzug für dein „Packsackkissen“
– Desinfektionsspray kann auch als Deo verwendet werden
– nutze Zeltleinen als Wäscheleine
– der Pumpsack deiner Isomatte funktioniert auch als wasserdichter Rucksackliner
– statt der Zeckenkarte benutze die Pinzette von deinem Minitaschenmesser
– dein kleiner Kochtopf kann auch als Kaffetasse verwendet werden
-usw.

Sonstiges
– mach Dinge kleiner und lasse Verpackungen möglichst weg (fülle große Mengen wie z.B. Müsli in Ziplockbeutel um)
– wähle kleine Mengen (Zahnpasta, Gaskartusche, Sonnencreme)
– Packsäcke reduzieren (von Hüttenschlafsack, Isomatte, Zelt, Heringe, etc.); packe Dinge ohne Beutel ein oder faße mehrere Teile in einen Beutel zusammen
– benutze wenn möglich unterwegs einen Wasserfilter, statt zuviel Wasser mitzuschleppen
– verschlanke dein Hygiene Set auf das aller wesentlichste; packe es in einen Ziplock Beutel nicht in einen schweren Waschbeutel
– optimiere dein 1.Hilfe Set und packe es in einen Ziplockbeutel
Pflaster, Desinfektion, Verbandstuch, Mullbinde, Blasenpflaster, Leukotape, Ibu, Imodium, Reparaturtape
– eine Universalseife für alles (dient zur Reinigung von Geschirr, Kleidung, Körper)
– leichte Geldbörse (Payback-Karten, Fitnessstudioausweise, etc. können zuhause bleiben)
– Minitaschenmesser
– ein paar Würfel zur Abendbeschäftigung oder ein Kreuzworträtsel sind leichter als ein ganzes Buch

Vielleicht war hier für dich der ein oder andere nützliche Tip dabei.
Natürlich erheben wir nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Liste lässt sich je nach Dauer deiner Tour, dem Gebiet in dem du unterwegs bist und nach deinem persönlichen Wohlfühlbefinden immer weiter ausbauen… Probiers einfach aus!

Du hast weitere Fragen zum Thema Rucksack, Weitwandern, Ausrüstung, etc.?
Dann komm gerne bei uns vorbei. Wir helfen dir gerne weiter.

Text: Rainer
Freising, 30.09.2026

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